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Geschichte und Selbstverständnis
Geschrieben von: Franz Felix Schüller   

An einem warmen Frühlingsabend im Jahre 2007 erörterten fünf Menschen eifrig die Frage, ob es sinnvoll und möglich wäre, in Rödingen, also innerhalb von dörflichen Strukturen, eine regelmäßig erscheinende historische Zeitschrift herauszugeben. Gäbe es genug Leser (Käufer)? Wären die Arbeitskapazitäten der Beteiligten überhaupt ausreichend für solch ein Projekt? Und und und. Alle diese Aspekte mussten kritisch auf den Prüfstand gestellt werden, ehe man wagen durfte, sich an die inhaltliche Arbeit zu machen. Im Überfluss vorhanden war allein der historische Stoff, der reichlich Material für interessante Themen abwerfen konnte. Am Ende des Abends, es ging auf Mitternacht zu, kam man zu einem positiven Ergebnis: Der Versuch müsse gewagt werden. Die erste Nummer der Zeitschrift sollte zum Corneliusmarkt (3. Septemberwochenende) in Rödingen erscheinen. Die Runde einigte sich auch noch auf den Arbeitstitel, welcher "Rödinger Courier" lautete, und darauf zu versuchen, noch weitere Mitstreiter zu finden.

Da der Verfasser dieser Zeilen zu den fünf Menschen, von denen die Rede war,  gehört, darf ich an dieser Stelle zur "Wir-Form" über gehen. Konsens herrschte auch über die drei wichtigsten Grundlagen unserer Arbeit:

  1. Alltagsgeschichte und Volkskultur sollten im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen. Leben und Lebensbedigungen der "einfachen" Menschen – bei einer "Dorfgeschichte" konnte es anders kaum möglich sein – sollten erforscht und beschrieben werden.
  2. Die erzählende Geschichtsschreibung sollte Vorrang haben vor wissenschaftlicher Darstellungsweise. Selbstverständlich wollten wir wissenschaftlich fundiert und seriös arbeiten, aber unsere Zielgruppe waren (und sind) eben nicht ausgebildete Historiker, Wissenschaftler oder Studenten einer Universität. Wir wollten daher klar, anschaulich und allgemein verständlich Geschichte erzählen und uns nicht die Attitüde einer "wissenschaftlichen Zeitschrift" geben.
  3. Der Begriff "Geschichte" sollte nicht dogmatisch eng gesehen werden. Zeitgeschichtliche und literarische Beiträge sollten ebenfalls Raum in unserer Zeitschrift finden. So sollte auch der "Rödinger Courier" von Anfang an den Untertitel tragen: "Zeitschrift für Geschichte und Geschichten".

Bis zur ersten, eigentlichen Redaktionssitzung gelang es uns, in Peter Bittner und Paul Karge noch zwei weitere Menschen für unsere Idee zu begeistern, so dass sich schließlich ein Redaktionskollektiv von sieben Leuten bildete, welches letztlich die Nr. 1 unserer Zeitschrift erarbeitete und herausgab.

Als die Zeitschrift bis zur Druckreife erstellt worden war, wurde schlussendlich als letzte inhaltliche Frage diskutiert, ob der Arbeitstitel "Rödinger Courier" auch der Titel unserer Zeitschrift bleiben sollte. Es kam der Name "Rödinger Historetten" ins Gespräch. "Rödinger Historetten " war der Titel eines Heftes von Franz Felix Schüller, das der örtliche Geschichtsverein im Jahre 2005 herausgegeben hatte. Darin wurde eine Reihe von historischen Miniaturen in und um Rödingen abgelichtet und beschrieben, die im Alltag nur wenigen Menschen auffallen und an denen die Passanten meist achtlos vorbeigehen. Der Titel "Historetten" war hierbei einer Schrift des französischen Geschichtsschreibers Tallemant de Reaux entlehnt, die "Les Historiettes" heißt, in der kleine Geschichten und Anekdoten erzählt werden, die so in keiner üblichen Geschichtsschreibung Berücksichtigung gefunden hätten. Da alle anderen  Redaktionsmitglieder einhellig für "Rödinger Historetten" als Titel votierten, gab schließlich der Autor der "Ur-Historetten" nach und das Kind erhielt schließlich seinen definitiven Rufnamen. Es lag nahe, dem örtlichen Geschichtsverein die Edition dieser Zeitschrift anzubieten. Der damalige Vorstand dieses Vereins lehnte jedoch die Herausgabe einer Zeitschrift als abwegig und als "nicht marktfähige Idee" ab. Dieser abschlägige Bescheid beeindruckte das Redaktionskollektiv allerdings in gar keiner Weise und so wurde die Zeitschrift in Eigenregie herausgegeben. So waren die "Historetten" von Anfang an eine unabhängige und autonome Zeitschrift, eine Fügung, die sich im Laufe der Zeit als ein wahrer Segen erwiesen hat. Wir sind nur uns selbst verantwortlich und nur der Idee verpflichtet, für unsere breite Leserschaft eine möglichst interessante Zeitschrift zu gestalten.

Im Laufe der Zeit ist die Redaktion auf neun Leute angewachsen. An der Zeitschrift arbeiten inzwischen auch einige "Gastautoren" mit. Beiträge anderer Autoren sind grundsätzlich willkommen, allerdings behält sich die Redaktion das alleinige Recht vor, über eine Herausgabe zu entscheiden. Selbstverständlich sind wir an einem regen Austausch mit unseren Lesern sehr interessiert. Die Website der "Historetten" soll hierbei ein wichtiges Forum zum Meinungsaustausch bilden. Für Ideen, Anregungen und Hinweise aus unserer Leserschaft sind wir natürlich dankbar. Diese prinzipielle Offenheit der "Historetten" gegenüber Menschen und Themen ist eines unserer Markenzeichen und wird es wohl auch bleiben.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. Juni 2010 um 20:37 Uhr
 
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