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Die erste Dorfbegehung war ein voller Erfolg
Geschrieben von: David Kibilka   

Der Geschichtsverein Rödingen-Höllen-Bettenhoven-Kalrath e.V. hatte für den 19. Juni 2010 zu der ersten Dorfbegehung eingeladen. Um 14:00 Uhr sollte die Führung zu geschichtlich interessanten Stationen im Dorf starten. Es fanden sich erfreulich viele Interessierte ein, die Karl Lessenich, der die Führung inhaltlich organisiert und recherchiert hatte, folgen wollten. Die Mitglieder des Geschichtsvereins hatten im Vereinslokal "Gaststätte Kapellchen" eine Cafeteria eingerichtet, die im Anschluß an die fast zweistündige Führung der Stärkung bei Kaffee und Kuchen dienen sollte. Vor dem Kapellchen waren Zelte aufgebaut worden, die ein gemütliches Beisammensein bei Würstchen und Getränken ermöglichten.

Um 14:00 Uhr startete die Dorfbegehung mit einleitenden Worten des Vorsitzeden des Geschichtsvereins Heinz-Theo Becker, der circa 35 interessierte Mitbürger begrüßen konnte. Karl Lessenich, der in wochenlanger Recherche die Begehung perfekt vorbereitet hatte, erzählte zunächst die Geschichten rund um das Vereinslokal Kapellchen, vor dem sich früher eine Waagestation befand. Anschließend führte er die Gruppe zur Kornelius-Kapelle, deren bewegte Geschichte er ausdrucksvoll schilderte.

 

Karl Lessenich schilder ausdrucksvoll die Geschichte des  Kornelius Kapellchens in Rödingen

Karl Lessenich schildert ausdrucksvoll die Geschichte des Kornelius Kapellchens in Rödingen


Die nächste Station der Dorfbegehung war dann das Minartzhaus, welches nach dem Bürgermeister Johann Christian Minartz benannt ist, der von 1920 bis 1931 Bürgermeister der Gemeinde Rödingen war.  (Siehe auch: Die Bürgermeister der Gemeinde Rödingen) Das Haus diente zur Amtszeit Minartz als Bürgermeisteramt. Auch das neben dem Minartzhaus gelegene Haus Zantis wurde vorgestellt. Das Haus diente früher als Schule.

Die Teilnehmer der Dorfbegehung hören Karl Lessenich aufmerksam zu.

Die Teilnehmer der Dorfbegehung hören Karl Lessenich aufmerksam zu.


Auf dem alten Friedhof vor der Kirche wurde allerlei Interessantes über die Geschichte der Grabsteine und des Friedhofes berichtet. Großes Erstaunen rief das Grab des Rödinger Pfarrers Lambert Heinrich Großmann hervor, der am letzten Tage im November des Jahres 1903 gestorben war. Der Hersteller des Grabsteins scheint jedoch einen anderen Kalender verwendet zu haben, als wir ihn heute nutzen, denn als Todesdatum ist der 31. November 1903 angegeben.

Vom Rödinger Kirchturm erfuhren die Teilnehmer der Dorfbegehung interessante Details aus den Zeiten des zweiten Weltkrieges. Der Turm wurde zunächst durch die amerikanischen Truppen aus Richtung Mersch beschossen. Dabei stürzte die Spitze ein. Von einem ehemaligen amerikanischen Soldaten, der vor einigen Jahren seine Route abfuhr, die er im Krieg zurückgelegt hatte, erfuhr der Geschichtsverein, dass der Turm auch von einem deutschen Panzer aus Richtung Kirchtroisdorf beschossen worden war. Diese Information erklärte, warum auf der Mersch abgewandten Seite des Turmes nach dem Krieg Beschädigungen festgestellt wurden.

Über den Rödinger Heldenfriedhof wusste Karl Lessenich auch einiges zu berichten. So wies er auf zwei Zivilisten hin, die dort begraben worden sind. Auf dem Friedhof wurde auch über die bewegte und lang zurückliegende Geschichte der Villa Hrodinga gesprochen, die 847 zum ersten mal in einer Urkunde erwähnt wurde. Da einigen Teilnehmern die Lage des heutigen Hofes nicht bekannt war, machte die Gruppe kurzerhand einen Abstecher zu der Einfahrt des Hofes, der auch unter dem Namen "Siegburger Hof" in den Urkunden erwähnt wird.

Allee-Zufahrt zur Villa Hrodinga

Die Zufahrt zur Villa Hrodinga

 

Vor der Apotheke Rödingens standen Anekdoten über diese, sowie die Villa Struff und die ehemalige Ziegendeckstation auf dem Programm. Eine Anekdote des Rödinger Originals Karl Barlo sorgte für Erheiterung. Nachzulesen ist diese Anekdote in der 5. Ausgabe der Rödinger Historetten. Nach Informationen über den Rödinger Friedhof und das Rödinger Krankenhaus führte der Weg zur "alten Weberei", in der Brigitte Habig heute eine Galerie führt.

Auch nach fast 2 Stunden Dorfbegehung war das Interesse ungebrochen.

 

Die "alte Weberei" bildete so den Abschluß einer sehr interessanten und mit Anekdoten aus der Vergangenheit gespickten Führung, die Karl Lessenich hervorragend durchgeführt hatte. Da auch das Wetter erfreulicherweise mitspielte, konnte der Nachmittag im Vereinslokal bei Kaffee und Kuchen ausklingen. Zahlreiche fleißige Helfer hatten Kuchen gespendet und einen perfekt organisierten Kaffeeklatsch vorbereitet. So fanden weitere Besucher den Weg ins Kapellchen. Später wurden dann auch die angekündigten Würstchen mit kalten Getränken angeboten. Der rundum gelungene Tag endete am frühen Abend gegen 19:00 Uhr. Mit den Einnahmen des Tages möchte der Geschichtsverein eine Vereinsfahne finanzieren.

 

Bei Kaffee und Kuchen war das Vereinslokal

Bei Kaffee und Kuchen war das Vereinslokal "Kapellchen" gut besucht.



Auch der Getränkestand  war gut besucht.

Auch der Getränkestand lockte viele Besucher.


Wer die Führung nicht besuchen konnte sei auf eine weitere Veranstalltung vertröstet. Der Geschichtsverein kündigte bereits mit der Begrüßung an, weitere Dorführungen durchführen zu wollen. So ist zum diesjährigen Korneliusmarkt geplant, wieder eine Dorfbegehung anzubieten.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 27. Juni 2010 um 13:51 Uhr
 
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